Heute war der bisher wichtigste und "erfolgreichste" Tag in der Uni. Irgendwie trotzdem komisch, immerhin ist der Professor nicht aufgetaucht und somit ist die Uni ausgefallen. Aber für mich geht es ja nicht nur darum zu lernen, sondern auch mehr mit Leuten in Kontakt zu kommen, zu reden und mich besser in die hiesige Gesellschaft zu integrieren. Wie immer war ich gegen halb 3, also dem offiziellen Beginn da. Allerdings war mir von vornerein klar, dass in den ersten 30 Minuten wirklich nichts passieren wird. Hab dann "meine Mädels" vom Donnerstagskurs getroffen und mich mit ihnen die halbe Stunde unterhalten. Hab dann auch erfahren, dass ich in 2 Wochen examen parcial habe*mit dem Kopf gegen die Wand renn* verdammte sch****. Das heißt also lernen in den nächsten Tagen. Ich brauche zwar "nur" 51% richtige Antworten um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden, aber es ist eine ganz andere Sache, wenn man mit wenig Selbstvertrauen, nach meinem Rauswurf aus Nürnberg, eine Prüfung in einer fremden Sprache schreiben muss. Wird sicher hart, aber sollte machbar sein, sofern ich die Fragen verstehe ;) Anschließend habe ich dann 30 Minuten im Raum meines Kurses mir Sachen durchgelesen und gewartet, bis der Prof endlich auftaucht und später nach dem Anfertigen der Anwesenheitsliste sind wir dann verschwunden. Hab mich dann noch etwas in den schönen Vorhof gesetzt und weiter gelernt, bis ich die 3 Paraguayer aus dem Chaco wieder getroffen habe, die perfekt deutsch reden und habe mich dann mit denen noch unterhalten knapp 15 Minuten. Wir werden morgen auch etwas zusammen unternehmen. Man sieht, meine Wenigkeit macht Fortschritte. Zudem noch die Reise am Montag und Dienstag, wobei diese 8mal teurer wird, als ich gedacht habe. Glaubt mir, es geht um viel Geld*grumml* Hoffentlich kriege ich dafür wenigstens etwas tolles geboten ;) Übrigens bin ich gerade dabei Mate zu trinken ;) Anschließend habe ich dann wieder die Mädels und Alejandro getroffen und mich mit ihnen nochmals knapp 30 Minuten unterhalten. Allerdings kotzt mich langsam mein begrenzter Wortschatz an. Irgendwie werde ich immer auf wenige Worte reduziert, bzw. andere Leute machen sich lustig über das ständige Wiederholen mancher Wörter ;) Mit "si si" hat es angefangen, anschließend kam "más o mens" und jetzt "importante". Naja solange ich mich selbst über mich lustig machen kann und somit wenigstens für gute Stimmung in der Runde sorge, geht es noch.
Gestern war ich das erste mal im Goethe-Institut. Die Lage davon ist wirklich scheiße. Am Arsch der Welt, bzw. schon im Zentrum, aber dort am Arsch der Welt. Das Gebäude mitsamt Vorraum ist genial. Gefällt mir richtig gut, die Bibliothek gefällt mir gar nicht. Hab gedacht, dass die auch normale Literatur haben, falsch gedacht. Fachliteratur findet man schon, aber normale Bücher, Fehlanzeige. Allerdings ist der Hauptgrund für den Besuch im Institut der, dass Marlene ein Deutsch Institut gründen möchte. U.a. anfangs mit mir als Professor ;) Schwer vorstellbar ich weiß, aber finde es eigentlich ganz witzig. Allerdings fehlen noch einige Sachen. Mögliche Räumlichkeiten sind vorhanden, Professoren ebenfalls ;) Kunden in dieser Gegend kein Problem mit etwas Werbung. U.a. auch in der Universität. Allerdings kann Marlene keine Zertifikate verteilen bzw. ausstellen. Mal im Ernst, welche deutsche Firma würde das anerkennen? Daher besteht die einzige Möglichkeit darin, dass man die Leute vorbereitet auf Tests vom Goethe-Institut, da diese in Deutschland anerkannt sind. Das Gespräch fand ich sehr komisch. Zuerst war die Leiterin vom Goethe Institut recht ablehnend, bis sie gefragt hat, ob Marlene mit einem einflussreichen Politiker verwandt ist, und Marlene dies bestätigt hat. Danach war die gute Frau viel freundlicher und mehr angetan von der Idee mit dem Institut. Vermutlich sind sogar die deutschen in diesem Land käuflich. Unglaublich wieviel Einfluss Politiker in diesem Land scheinbar haben, sogar auf deutsche Institute. Beweisen kann ich meine Vorwürfe natürlich nicht, aber dies ist mein Eindruck. Unfassbar für mich war auch eine Sache mit Arbeitsmaterial. Um die Schüler gut auf die Tests vorzubereiten, brauchen wir natürlich geeignete Bücher, bzw. eins und den Rest wird kopiert ;) Aber das Goethe Institut kann uns keine Bücher zur Verfügung stellen und so hat die gute Frau und die Chefin der Sprachkurse gegrübelt, wie man dass den machen könnte. Der rettende Einfall kam von mir: man könnte die Bücher ja aus Deutschland besorgen. Welch genialer Einfall! Über 5 Ecken weitergedacht. Wow ich bin richtig begeistert von mir. Wenn das dem Dekan Amberg in Nürnberg gezeigt wird, der wird mich sofort zurückholen irgendwie, bei meinem tollen Geschäftssinn. Wie es in dieser Hinsicht weitergehen wird, kann ich momentan jedenfalls nicht sagen. Werde euch aber auf dem laufenden halten ;)
Freitag, 9. Mai 2008
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