Es wird endlich Zeit, dass ich etwas mehr von Nu Guasu und meinen Leistungen dort erzähle. Wobei ich besser anfange mit einer kurzen Beschreibung des Parks.
Der Park ist perfekt angelegt für Läufer. Man hat die Wahl entweder auf gutem Teer oder direkt daneben auf "Waldboden" zu laufen. Zudem kann man wählen, wie groß die Runde sein soll. 3,4,5 oder 6,2 Kilometer. Die meisten wählen die 5 Kilometer. Allerdings hat man im Park weitere Möglichkeiten. Es gibt 2 Basketballplätze, Möglichkeiten Gewichte zu stemmen, Fußballplätze und 2 Seen. Vor allem der zweite See, welcher bei ungefähr bei Kilometer 4,4 auftaucht ist traumhaft schön, aber für Läufer wie mich eine Katastrophe. Die Luft ist sowieso nicht perfekt bei dieser Hitze zum laufen und dann auch noch das... ;) Aber es ist eine kleine Insel, mit einer traumhaft schönen Brücke und mitten auf der Insel steht ein Pavillon. Würde meiner Mutter extrem gut gefallen.
Kommen wir jetzt zu meinen Leistungen. Bisher war ich 5 mal laufen:
1) lediglich ganz locker 4 Kilometer. Mit langen Dehnpausen und auch "laufpausen". Es ist halt schwer zu wissen, wo die Grenzen sind bei so einem Wetter und wenn man seit Ewigkeiten nicht mehr gelaufen ist!
2) Jetzt habe ich mich über 5 Kilometer getraut. Ersten 500 Meter gejoggt, dann gedehnt, bis Kilometer 2 gejoggt, was mich schon etwas überrascht hat, anschließend 400 Meter locker gelaufen und dabei gedehnt und anschließend war das Ziel 3000 bzw. 3500 um dann nochmals locker zu laufen. Hab dann aber durchgehalten bis zum Ziel :) Naja ist leicht wenn man vorher erfahren hat, dass das Studium beendet ist...
3) Tja man wird leicht übermütig. Nach 1 Kilometer wurde dieses mal gedehnt, wobei das Tempo wohl etwas zu schnell war. Die anschließenden Ziele wurden jedenfalls recht deutlich verpasst.
4) Normales laufen war angesagt nach der letzten Schmach. Wollte mal die beiden Seen genauer erkunden und hat sich wirklich gelohnt wie ich finde!
5) Dieses mal versuche ich euch mitzunehmen auf meinen 5 Kilometer Tripp.
Ganz langsam wird bei Punkt 0 (die Kilometeranzahl steht immer auf dem Asphalt genauso wie eine Markierung, wenn man 50 Meter geschafft hat) gestartet, während Jorge seine Aufwärmübungen macht. Nach knapp 200 Metern merkt man, dass die Luft heute da ist, aber ob der Körper wirklich möchte? Jedenfalls freut man sich nach einigem ziehen in der Magengegend, dass man das erste Ziel erreicht hat mit 500 Metern und man in Ruhe dehnen kann. Übrigens überraschend viele Leute an Ostersonntag auf der Strecke. Nach kurzem dehnen und er willkommenen Verschnaufpause geht es dann richtig los. Man schleppt sich mehr oder weniger vorwärts, freut sich wirklich über jede Markierung am Boden, selbst wenn man im Hinterkopf weiß, dass 15 bedeutet, nur noch 500 Meter und es gibt eine Lauf- und Dehnpause, aber es bedeutet eben auch, dass man noch 3500 Meter hinter sich bringen muss. Richtig toll ist es natürlich auch, wenn Leute einem entgegen kommen ohne Platz zu machen oder noch mehr Freude bereitet es einem, wenn jemand an einem vorbei sprintet ;) Aber meine bisherige erfahrung sagt mir auch, dass weniger Leute auf den letzten Kilometern sind und das laufen daher angenehmer ist. Dafür nimmt das Tempo irgendwie ab. Die freude ist groß, dass man noch auf den Beinen ist und sich weiterquält aber dafür befindet man sich auf einmal in einem Wettkampf mit einer Schnecke und einer Schildkröte um den "Tagessieg". Leider mit ungewissem Ausgang. Die Kräfte schwinden und schwinden und man ist kurz davor den ganz wichtigen Satz zu, moment von vorne kommt eine "chica bonita", oder für meine Leserinnen, ein George Clooney, Brad Pitt, Andre Hamatscheck ;), also kurz Kräfte sammeln, ein Lächeln auf die Lippen befördern, kraftvoll aussehen nur um wenige Sekunden später zu denken, scheiße wann ist denn endlich die 5000 Meter Marke da. Aber zurück zum Sprüchlein. Quäl dich du Sau ist wohl mein häufigster Gedanke. Aber es gibt auch schöne Momente, natürlich nicht, wenn jemand an einem vorbei sprintet und man sich ganz kurz überlegt, soll man versuchen das Tempo mitzugehen, aber bevor man eine Antwort gefunden hat, sieht man die Person am knapp 1000 Meter entfernten Horizont verschwinden. Manchmal darf man sogar selber überholen. Das sind einfach die schönsten Momente. Man sieht da z.B. bei Kilometer 3.2 jemanden vor sich. Einen Ottfried Fischer, Sebastian Meier, oder für die Frauen eine Angela Merkel. Bei Kilometer 3,8 ist es dann endlich so weit. Man hat sich langsam herangetastet und setzt zum Überholmanöver an und freut sich, dass man an jemandem vorbeisprintet. Selbst wenn es eigentlich dann doch langsam war. Aber Einbildung ist manchmal alles. Ein schönes Erfolgserlebnis. Aber das Wettrennen nicht vergessen! Ah Kilometer 4.8, nur noch 200... die schafft man jetzt auch und fühlt sich dabei wie ein Marathonläufer nach dem 5 Marathon am selben Tag auf den letzten Kilometern. Gepackt. Hier das offizielle Ergebnis:
4. Schnecke. Die A-Probe des Dopingtests war leider positiv.
3. Angela Merkel/Ottfried Fischer
2. Der Leser bzw. ich
1. mit Kopfeslänge Vorsprung die Schildkröte
Aber mal ehrlich, gegen so einen Gegner hat man einfach keine Chance!
Um die Freude abzurunden trifft dann noch einer gewissen Zeit Jorge ein und erzählt dir Stolz, wie lange er gebraucht hat für den letzten Kilometer, ganze 4 Minuten... In diesen Momenten hält man einfach die Klappe und sagt erst gar nicht, dass man nicht einmal in der Schule auf 1000 Metern so schnell war...
PS: Sollten Namen wider erwarten realistisch sein, so bitte ich dies zu entschuldigen. Ich habe mir einfach Namen ausgedacht ;)
PPS: erst eine e-mail mit einer Antwort auf die Frage. Enttäuschend, wobei die antwort mir richtig gut gefällt. Super Philipp Ellitzer ;) Einsendungen per ICQ werden nicht gewertet
Montag, 24. März 2008
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